Geschichte der Noten Der so genannte Pflege-TÜV ist das Ergebnis der letzten Pflegereform der Großen Koalition aus dem Jahr 2008. Ende des Jahres vereinbarten die Vertragspartner auf Bundesebene die Kriterien und die Systematik für die Benotung von Pflegeheimen. Beteiligt war die Bundesarbeitsgemeinschaft der überörtlichen Träger der Sozialhilfe, die Bundesvereinigung der kommunalen Spitzenverbände, die Vereinigungen der Träger der Pflegeeinrichtungen und der GKV-Spitzenverband als Vertreter der gesetzlichen Pflegekassen. Ziel war es, die Auflage der Pflegereform umzusetzen, die Prüfberichte transparenter zu machen.
Prüfkriterien Seit Juli 2009 prüft der Medizinische Dienst der Krankenkassen (MDK) nach den neuen Vorgaben 82 Kriterien, die in fünf Themengruppen zusammengefasst sind. Die Gutachterbewerten die Ergebnisse mit Schulnoten von „sehr gut“ bis „mangelhaft“. „Ungenügend“ gibt es nicht. Aus den Einzelnoten, die alle gleichwertig sind, werden Durchschnittsnoten für fünf Bereiche errechnet. 64 Einzelnoten ergeben die Gesamtnote. Die Ergebnisse der Bewohnerbefragung fließen nicht ein.
Verbände zufrieden Im Oktober 2009 zogen der GKV-Spitzenverband und der Medizinische Dienst des Spitzenverbands Bund der Krankenkassen (MDS) eine erste Bilanz. Damals waren 1057 Pflegeheime geprüft worden. 700 Einrichtungen schnitten „sehr gut“ oder „gut“ ab. 12 Häuser erreichten nur ein „mangelhaft“. Der GKV-Spitzenverband und der MDS äußerten sich zufrieden: Die Systematik sei „geeignet, Unterschiede in der Qualität von Pflegeheimen darzustellen“.
Alle Ergebnisse 2011 Für die Veröffentlichung der Berichte sind die Landesverbände der Pflegekassen zuständig. Da die Prüfungen des MDK noch bis Ende 2010 laufen, wird es bis Januar 2011 dauern, bis alle Zeugnisse für die rund 10 400 Heime in Deutschland im Internet abrufbar sind. Auch für die deutschlandweit rund 11 000 ambulanten Pflegedienste wurde ein Prüfsystem entwickelt, hier werden 37 Einzelkriterien bewertet.
Blick auf Bayern In Bayern stehen fast 1 800 ambulante Pflegedienste und 1600 Pflegeheime zur Prüfung an. Aktuell sind 50 Pflegefachkräfte und Ärzte des MDK Bayern damit befasst, alle Einrichtungen bis Ende 2010 mindestens ein Mal und ab 2011 jährlich zu prüfen. (Quelle: Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung 2007)
Lotsen im Netz Die Prüfdaten werden an die DatenClearingStelle (DCS) versandt. Dies ist ein Gemeinschaftsprojekt der Pflegekassenverbände. Diese Clearingstelle bildet die Grundlage für die Veröffentlichung der Pflegenoten, die von den Landesverbänden der Pflegekassen organisiert wird. Die Pflegekassen veröffentlichen die Noten für die Heime und Pflegedienste auf verschiedenen Portalen im Netz: