Neue Pflegebegutachtung: MDK Bayern zieht nach einem halben Jahr Bilanz

26.09.2017

Die rund 350.000 pflegebedürftigen Menschen in Bayern werden seit dem 1. Januar nach neuen Maßstäben begutachtet. Die Bilanz fällt nach dem ersten halben Jahr positiv aus: „Die Zahlen der ersten Monate zeigen, dass das neue Gesetz wirkt. Unsere Gutachter können die Lebensrealität der Betroffenen jetzt deutlich besser in Pflegegraden abbilden und ihren Pflegebedarf damit sehr viel differenzierter erfassen“, sagt Reiner Kasperbauer, Geschäftsführer des MDK Bayern.

Die MDK-Gutachter haben in Bayern seit Jahresbeginn über 95.000 Menschen nach dem neuen System begutachtet. Davon haben rund 69 Prozent (über 65.000) erstmals Pflegeleistungen beantragt. Die Zahl der Anträge auf Pflegeleistungen ist damit deutlich gestiegen: im ersten Halbjahr 2017 um 18,5 Prozent gegenüber dem Vorjahreshalbjahr. Bei mehr als 83 Prozent der Fälle haben die MDK-Gutachter einen der fünf neuen Pflegegrade empfohlen. Somit erhalten mehr Menschen Anspruch auf Leistungen als bisher. Etwa 18.700 davon sind jetzt in Pflegegrad 1: Sie haben unter anderem Anspruch auf Beratungsbesuche, Zuschüsse zu Pflegehilfsmitteln oder eine altersgerechte Wohnraumanpassung.

Reiner Kasperbauer erklärt: „Wir haben mit diesem Anstieg gerechnet, da es ja gerade Ziel der Pflegereform ist, dass mehr Versicherte Zugang zu Leistungen aus der Pflegeversicherung erhalten.“ Um das Auftragsvolumen gut bewältigen zu können, hat der MDK Bayern die Systemumstellung über ein Jahr lang vorbereitet und sowohl organisatorisch als auch personell vorgesorgt. Pflegebedürftige Menschen und Angehörige wurden bei Großveranstaltungen in mehreren Städten und in mehr als 200 zielgruppenorientierten Vorträgen bereits im Vorfeld informiert. Alle Gutachter wurden intensiv geschult und hatten das neue Begutachtungsinstrument bereits vor dem Start verinnerlicht. Auch Personal hat der MDK Bayern aufgestockt: Mit mehr als 50 neuen Pflegefachkräften wurde das Gutachter-Team auf über 430 Pflegefachkräfte verstärkt.

Während sich Versicherte anfangs dennoch zum Teil auf eine etwas längere Bearbeitungsdauer von bis zu acht Wochen einstellen mussten, bis sie den Leistungsbescheid der Versicherung erhielten, kann der MDK Bayern Anträge im Schnitt derzeit bereits wieder in 5 Wochen bearbeiten. Eilfälle und dringende Fälle sowie bei Erstanträgen für eine Heimpflege oder eine Pflege durch einen ambulanten Dienst wurde die aktuell ausgesetzte 25-Arbeitstagefrist weiterhin erfüllt.
Der MDK Bayern empfiehlt Versicherten daher, in ihrem Antrag auf die gewünschte Leistungsart hinzuweisen, um so eine möglichst rasche Bearbeitung sicherzustellen. „Wer dringend eine Begutachtung braucht, kann sich darauf verlassen, dass sein Antrag fristgerecht bearbeitet wird“, versichert Reiner Kasperbauer.

Weitere Informationen zur Pflegebegutachtung und den neuen Pflegegraden finden Sie auch auf der Webseite des MDK Bayern unter http://www.mdk-bayern.de/pflegebegutachtung

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Über den MDK Bayern

Der Medizinische Dienst der Krankenversicherung in Bayern (MDK Bayern) ist der unabhängige sozialmedizinische und pflegefachliche Beratungs- und Begutachtungsdienst von über 10,4 Mio. gesetzlich kranken- und pflegeversicherten Bürgern in Bayern. Im Jahr 2016 haben die über 1.000 angestellten Fachkräfte des MDK Bayern – überwiegend Ärzte und Pflegekräfte – in den 24 Beratungs- und Begutachtungszentren in Bayern mehr als 1,4 Millionen Gutachten, Empfehlungen und Einzelfallprüfungen im medizinischen und pflegerischen Bereich durchgeführt. Im Interesse der Versichertengemeinschaft trägt der MDK Bayern dazu bei, die gesundheitliche Versorgung insgesamt qualitativ weiterzuentwickeln und Maßnahmen zu vermeiden, die unnötig, gefährlich oder unwirtschaftlich sind. Ziel ist es, eine stabile gesundheitliche Versorgung auf hohem Niveau dauerhaft sicherzustellen.

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