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München |

IQP-Symposium: Pflege anders denken, Weiterentwicklung erwirken

Fachveranstaltung im Rahmen des 17. Europäischen Gesundheitskongresses

Visionen und Impulse, neue Ideen und aktuelle Projekte in der Pflege – um diese Themen drehte sich das IQP-Symposium Ende Oktober in München. Unter dem Motto „Pflege anders denken“ präsentierten Experten ihre Sichtweisen und Lösungsansätze für die Weiterentwicklung der Pflege. Im Detail ging es u. a. um die Vision eines neuartigen Demenzdorfes und die Qualitätssicherung der Pflege im häuslichen Umfeld. Die Veranstaltung „Pflege anders denken“ wurde vom Institut für Qualität in der Pflege e.V. (IQP) und dem MDK Bayern im Rahmen des 17. Europäischen Gesundheitskongresses ausgerichtet und stieß auf sehr großes Interesse.

Anke Franke, Geschäftsführerin der Ev. Diakonie Lindau e.V., stellte dem interessierten Publikum ihr Herzensprojekt „Hergensweiler Heimelig“ vor und schilderte damit ihr Idealbild für die stationäre Pflege der Zukunft. In einem Pilotprojekt möchte sie auf 30.000 m2 eine kleine Welt für 128 pflegebedürftige Menschen in Wohngruppen schaffen, in denen alles ans Leben und nichts an ein Pflegeheim oder Krankenhaus erinnert. Die aktuelle Situation sieht nämlich wie folgt aus: 60 % der Heimbewohner leiden an Demenz und haben einen starken Bewegungsdrang, worauf die Strukturen meist nicht ausgerichtet sind. Die Lage wird oft durch Medikamente kontrolliert. Im Pilotprojekt „Hergensweiler Heimelig“ soll alles anders werden: Ein geschütztes Gelände mit natürlichen Grenzen und unterschiedlich gestalteten Bereichen soll Freiraum bieten und Entdeckungsfreude fördern. Behütet, aber zugleich mittendrin im Gemeindeleben soll das Projekt angelegt sein, d. h. auch ein öffentlicher Kindergarten und eine Kneipe werden integriert. Die Pläne sind gemacht, das Grundstück existiert, die Gemeinde steht dahinter, allerdings scheitert die Realisierung momentan an der Finanzierung. Doch ganz nach ihrer Philosophie „Jeder Schritt ein kleiner Sieg“ wird Anke Franke nicht müde, sich Tag für Tag für ihr Herzensprojekt einzusetzen.

Auch in der häuslichen Pflege gibt es erste Ansatzpunkte für die Pflege der Zukunft, wie Prof. Dr. Thomas Klie, Institutsleiter, AGP Sozialforschung, Ev. Hochschule Freiburg, in seinem Vortrag zeigte. Ganz konkret geht es bei diesem Projekt um die Sicherstellung der Pflegequalität im privaten Bereich, denn häusliche Pflegearrangements sind nur selten im Fokus der öffentlichen Betrachtung und es gibt bisher kaum Ansatzpunkte zur Einschätzung der Qualität dieser Versorgung. Prof. Klie präsentierte eine Bestandsaufnahme, die zeigt, dass häusliche Pflegearrangements häufig fragil sind, weil z. B. haushaltsökonomische Entscheidungen getroffen werden (trotz objektiven Bedarfs an fachpflegerischer Unterstützung wird aus Kostengründen ein Pflegegeld basiertes Arrangement gewählt). Zudem ist bei vielen An- und Zugehörigen eine Überforderungssituation (psychisch und physisch) zu erkennen. Laut Prof. Klie gelte es einen Rahmen zu schaffen, um die Qualität sicherzustellen und für eine lebenswertgerechte Versorgung zu sorgen. Wie er im Projektdesign skizzierte, sieht er hier auch einen Aufgabenbereich beim MDK. 

Axel Robert Müller, Moderator bei Bayern 3, führte gewohnt charmant und inhaltlich versiert durch den informativen Nachmittag und die abschließende Podiumsdiskussion.

 

 

Über den MDK Bayern

Der Medizinische Dienst der Krankenversicherung in Bayern (MDK Bayern) ist der unabhängige sozialmedizinische und pflegefachliche Beratungs- und Begutachtungsdienst von über 10,4 Mio. gesetzlich kranken- und pflegeversicherten Bürgern in Bayern. Im Jahr 2017 haben die über 1.000 angestellten Fachkräfte des MDK Bayern – überwiegend Ärzte und Pflegekräfte – in den 24 Beratungs- und Begutachtungszentren in Bayern mehr als 1,4 Millionen Gutachten, Empfehlungen und Einzelfallprüfungen im medizinischen und pflegerischen Bereich durchgeführt. Im Interesse der Versichertengemeinschaft trägt der MDK Bayern dazu bei, die gesundheitliche Versorgung insgesamt qualitativ weiterzuentwickeln und Maßnahmen zu vermeiden, die unnötig, gefährlich oder unwirtschaftlich sind. Ziel ist es, eine stabile gesundheitliche Versorgung auf hohem Niveau dauerhaft sicherzustellen.



Pressekontakt

MDK Bayern
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