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Pressemitteilung | München |

21. Fortbildungstagung Medizinrecht: Informative Vorträge und lebhafte Diskussion

Zwei Tage geballte Kompetenz, Diskussion und Austausch bot die Fortbildungstagung Medizinrecht Anfang Juli mehr als 100 interessierten Teilnehmern aus ganz Deutschland an. Bereits zum 21. Mal organisierte der Fachbereich Medizinrecht des MDK Bayern diese informative Tagung.

Unter dem Thema „Haftungsansätze bei nosokomialen Infektionen“ hatte Dr. Ingeborg Singer, Leiterin des Fachbereichs Medizinrecht im MDK Bayern, auch in diesem Jahr ein beachtliches Programm zusammengestellt. Dr. Singer verdeutlichte die Wichtigkeit des Themas: „Bislang war es einem Patienten fast nicht möglich, ein Fremdverschulden als Ursache für eine im Hospital erworbene Infektion zu belegen. Durch das Infektionsschutzgesetz (IfSG) sind Krankenhäuser jetzt verpflichtet, bestimmte Vorkehrungen zur Infektionsverhütung zu treffen, zum Beispiel müssen sie eine bestimmte Anzahl an Hygienikern vorhalten oder bestimmte Verfahrensweisen festschreiben. Dadurch ergeben sich neue Ansätze, um im Bereich der Hygiene geforderte Standards zu überprüfen. Wir haben unsere Fachtagung unter dieses wichtige Thema gestellt, um zu sehen, ob sich durch das IfSG neue Haftungsansätze ergeben.“

Netzwerk und Austausch

Das fachlich gut durchmischte Publikum bestand in diesem Jahr wieder aus Rechtsanwälten, Krankenkassen-Mitarbeitern und Ärztlichen Gutachtern.
Der Vorabend der Veranstaltung stand im Zeichen des Networkings und startete mit einem Kulturprogramm. Bei der gemeinsamen Besichtigung des DB-Museums in Nürnberg gab es die ganze Welt der Eisenbahn zu sehen, darunter auch den „Adler“, die erste in Deutschland eingesetzte Dampflokomotive. Ein gemeinsames Abendessen mit viel Zeit zum Austausch beendete den ersten Tag. Bereits seit drei Jahren bewähre sich dieses Rahmenprogramm und fördere den familiären Charakter der Veranstaltung, wie Dr. Singer betont. „Es findet ein persönlicher Austausch statt, aber auch viele Fachgespräche tragen dazu bei, dass sich diese vorabendliche Zusammenkunft dauerhaft positiv auf die Zusammenarbeit auswirkt.“ 

Wissenschaftliches Programm

Der zweite und eigentliche Fortbildungstag widmete sich dem wissenschaftlichen Programm. Mehr als 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmer kamen nach Nürnberg, um sich über das aktuelle Thema der Haftungsfragen zu informieren und auszutauschen.
Prof. Dr. Matthias Trautmann, Leiter des Instituts für Krankenhaushygiene am Klinikum Stuttgart und Mitglied der KRINKO, stellte im ersten Vortrag das Infektionsschutzgesetz und die wichtigsten Empfehlungen der KRINKO (Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention) dar. Im Anschluss daran schilderte Dr. Ingo Johnscher, Krankenhaushygieniker am Klinikum Nürnberg Nord und Facharzt für Hygiene & Umweltmedizin, die Aufgaben und den praktischen Alltag der Krankenhaushygieniker.
Um die Haftungsansätze bei Krankenhausinfektionen im Detail und insbesondere die Möglichkeiten für die Geltendmachung von Schadensersatzansprüchen ging es dann in den beiden Vorträgen am Nachmittag. Dr. Ruth Schultze-Zeu, Fachanwältin für Medizinrecht, stellte die anwaltliche Sicht dar und Karlheinz Stöhr, Richter am BGH a.D., beleuchtete das Thema aus Sicht der Rechtsprechung.

Die Fachtagung schloss mit einer regen Diskussionsrunde, bei der sich die Teilnehmer intensiv beteiligten. „Es war eine sehr stimmige Veranstaltung“, freut sich Dr. Singer und hob hervor, dass dieses Mal insbesondere viele praktische Fragen für die Gutachter geklärt werden konnten. „Wir haben viele Anhaltspunkte erhalten, wie unsere Gutachtenqualität beim Thema Infektionen noch besser werden kann und wie wir den Sachverhalt fürs Gericht oder für eine gerichtliche Auseinandersetzung noch besser aufarbeiten können.“

 

Save the date

Die nächste Medizinrecht-Tagung findet am 15. und 16. Juni 2020 wieder in Nürnberg statt.


Vorträge

DAS IFSG UND DIE WICHTIGSTEN EMPFEHLUNGEN DER KRINKO
Prof. Matthias Trautmann

DER KRANKENHAUSHYGIENIKER, AUFGABEN UND PRAKTISCHER ALLTAG
Dr. med. Ingo Johnscher

HAFTUNGSANSÄTZE BEI KRANKENHAUSINFEKTIONEN AUS ANWALTLICHER SICHT
Dr. Ruth Schultze-Zeu

HAFTUNGSANSÄTZE BEI KRANKENHAUSINFEKTIONEN AUS RICHTERLICHER SICHT
Karlheinz Stöhr

 

 

 

Über den MDK Bayern

Der Medizinische Dienst der Krankenversicherung in Bayern (MDK Bayern) ist der unabhängige sozialmedizinische und pflegefachliche Beratungs- und Begutachtungsdienst von über 10,4 Mio. gesetzlich kranken- und pflegeversicherten Bürgern in Bayern. Im Jahr 2018 haben die über 1.400 angestellten Fachkräfte des MDK Bayern – überwiegend Ärzte und Pflegekräfte – in den 24 Beratungs- und Begutachtungszentren in Bayern mehr als 1,26 Millionen Gutachten, Empfehlungen und Einzelfallprüfungen im medizinischen und pflegerischen Bereich durchgeführt. Im Interesse der Versichertengemeinschaft trägt der MDK Bayern dazu bei, die gesundheitliche Versorgung insgesamt qualitativ weiterzuentwickeln und Maßnahmen zu vermeiden, die unnötig, gefährlich oder unwirtschaftlich sind. Ziel ist es, eine stabile gesundheitliche Versorgung auf hohem Niveau dauerhaft sicherzustellen.



Pressekontakt

MDK Bayern
Ruth Wermes
Unternehmenskommunikation
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