Sie haben Probleme diese Email anzuzeigen? Hier geht's zur Web-Ansicht.

MDK Bayern | Pressemitteilung | München |

Adipositas-Chirurgie – der letzte Ausweg und wie er zu gehen ist

Europäischer Adipositas-Tag am 18.05.2019: MDK Bayern klärt zur Adipositas-Chirurgie als Kassenleistung auf und gibt Einblicke in die Begutachtung

Übergewicht und Adipositas haben in Deutschland und weltweit in den vergangenen Jahren kontinuierlich zugenommen. Aktuellen Studien zufolge ist jeder zweite Erwachsene übergewichtig und jeder fünfte adipös.  Um die Krankheit Adipositas erfolgreich zu behandeln, sind individuelle Maßnahmen notwendig – dies kann bei schwerstadipösen Patienten oder bei bestimmten Begleiterkrankungen auch ein operativer Eingriff sein. Wann ist die adipositaschirurgische Behandlung eine Kassenleistung und welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein? Der MDK Bayern klärt zu den Hintergründen und Anforderungen auf.

Am 18.05.2019 findet der Europäische Adipositas-Tag statt. Der MDK Bayern nimmt diesen Tag zum Anlass, um Bewusstsein für die Krankheit Adipositas zu schaffen und Einblicke in die Arbeit des Medizinischen Dienstes der Krankenversicherung (MDK) zu geben. Im Auftrag der gesetzlichen Krankenkassen prüft der MDK, ob die Voraussetzungen für einen operativen Eingriff gegeben sind. Bundeseinheitliche Richtlinien und -leitfäden sowie Rechtsprechungen des Bundessozialgerichtes sorgen für Einheitlichkeit in der Begutachtung.

So arbeitet der MDK
„Die operative Behandlung der Adipositas ist nur dann Leistung der gesetzlichen Krankenversicherung, wenn weniger invasive Behandlungsmöglichkeiten wie die multimodale Therapie nicht erfolgreich waren oder im individuellen Einzelfall nicht angewendet werden können. Man spricht dann von einer „Ultima Ratio“ Situation“, erklärt Prof. Dr. Astrid Zobel, Leitende Ärztin des MDK Bayern. Eine Operation ist nur dann gerechtfertigt, wenn das Ziel der Gewichtsreduktion auf anderem Weg, z.B. durch bei einer Kombination aus ärztlich begleiteter Ernährungs-, Bewegungs- und Verhaltenstherapie, nicht erzielt werden konnte. „Die Bereitschaft des Patienten zur Lebensstiländerung ist zwingend notwendige Voraussetzung für den langfristigen Erfolg eines adipositaschirurgischen Eingriffs und deshalb auch Voraussetzung für die Befürwortung einer Operation“, so Prof. Zobel. Sie weist zugleich auf einen weiteren wichtigen Aspekt bei der Begutachtung hin: „Alle Therapien und Maßnahmen müssen nachvollziehbar für unsere ärztlichen Gutachterinnen und Gutachter dokumentiert und belegt sein.“

Patientenindividuelle Empfehlung
Patienten reagieren oft sehr enttäuscht, wenn die Krankenkasse den Eingriff auf der Basis eines negativen MDK-Gutachtens nicht genehmigt, vor allem, wenn sie die Entscheidung nicht nachvollziehen können. Gerade deshalb ist es dem MDK Bayern so wichtig, transparent zu machen, wie die sozialmedizinischen Bewertungen zustande kommen.

„Die ärztlichen Gutachterinnen und Gutachter des MDK Bayern prüfen in jedem Einzelfall sehr sorgfältig, ob die sozialmedizinischen Voraussetzungen für einen adipositaschirurgischen Eingriff in Form einer Ultima Ratio Situation vorliegen und wägen zugleich Nutzen und Risiken des operativen Eingriffs ab“, verdeutlicht die Leitende Ärztin. Zu den Risiken zählen z.B.  Komplikationen beim chirurgischen Eingriff. Außerdem ist zu bedenken, dass nach einer Operation eine lebenslange Diät eingehalten werden muss und dauerhaft Nachsorgeuntersuchungen erforderlich sind. Prof. Zobel betont: „Im Vordergrund steht das Patientenwohl.“

Weitere Informationen lesen Sie im Fachartikel „Adipositas-Chirurgie als Kassenleistung: So arbeitet der MDK“ von Frau Prof. Dr. Astrid Zobel in der nächsten Ausgabe des Magazins „Adipositas Spiegel“.

 

 

 

Über den MDK Bayern

Der Medizinische Dienst der Krankenversicherung in Bayern (MDK Bayern) ist der unabhängige sozialmedizinische und pflegefachliche Beratungs- und Begutachtungsdienst von über 10,4 Mio. gesetzlich kranken- und pflegeversicherten Bürgern in Bayern. Im Jahr 2018 haben die über 1.400 angestellten Fachkräfte des MDK Bayern – überwiegend Ärzte und Pflegekräfte – in den 24 Beratungs- und Begutachtungszentren in Bayern mehr als 1,26 Millionen Gutachten, Empfehlungen und Einzelfallprüfungen im medizinischen und pflegerischen Bereich durchgeführt. Im Interesse der Versichertengemeinschaft trägt der MDK Bayern dazu bei, die gesundheitliche Versorgung insgesamt qualitativ weiterzuentwickeln und Maßnahmen zu vermeiden, die unnötig, gefährlich oder unwirtschaftlich sind. Ziel ist es, eine stabile gesundheitliche Versorgung auf hohem Niveau dauerhaft sicherzustellen.



Pressekontakt

MDK Bayern
Ruth Wermes
Unternehmenskommunikation
Haidenauplatz 1
D-81667 München
Tel: +49 (0)89 67008-109
E-Mail: ruth.wermes@mdk-bayern.de
www.mdk-bayern.de