In ambulanten, stationären und teilstationären Pflegeeinrichtungen prüft der MDK Bayern jährlich die Qualität der Pflege und die Einhaltung der vorgeschriebenen Pflegestandards. Der MDK Bayern besucht dazu pro Jahr etwa 3.800 Pflegeeinrichtungen. Ziel ist es, die Versorgung der Versicherten optimal zu sichern und damit die Lebensqualität der Pflegebedürftigen so weit wie möglich zu erhalten.
Die Kriterien dieser Qualitätsprüfung sind in den Qualitätsprüfungs-Richtlinien festgelegt und gelten bundesweit. Darin bildet die sogenannte Ergebnisqualität einen besonderen Schwerpunkt. Das heißt, es wird beispielsweise geprüft, ob medizinische Anforderungen erfüllt und Körperpflege und Ernährung ausreichend umgesetzt werden. Die Gutachter des MDK Bayern melden ihren Besuch gemäß gesetzlicher Vorgaben am Vortag an und überprüfen Prozesse, Strukturen und die pflegerische Qualität in den Einrichtungen. Anlassbezogene Überprüfungen (z. B. aufgrund von Beschwerden) erfolgen immer unangemeldet. Wenn möglich befragen unsere Gutachter die pflegebedürftigen Menschen. Im Vordergrund steht die Frage, welche Pflege tatsächlich beim Pflegebedürftigen ankommt.
Die Ergebnisse dieser Prüfungen werden für ambulante Einrichtungen derzeit noch in Noten abgebildet. Diese werden im Internet veröffentlicht. Für stationäre Pflegeeinrichtungen erfolgt ab 2020 die Darstellung der Ergebnisqualität über ein neu entwickeltes Punktesystem. Diese Informationen werden ebenfalls im Internet veröffentlicht.

Als Gutachter sind beim MDK Bayern rund 95 Pflegefachkräfte mit einer Weiterbildung im Qualitätsmanagement und Ärzte mit einer zusätzlichen Qualifikation im Bereich Geriatrie tätig. Sie müssen selbst alle in der Pflege gearbeitet haben und bringen in der Regel Erfahrung als Pflegedienstleitung oder Heimleitung mit. So können sie sach- und fachgerecht prüfen und angemessen mit den Bewohnern umgehen. Darüber hinaus werden unsere Gutachter im ambulanten Bereich von Fachkräften für die Abrechnungsprüfung unterstützt.

Bayern verfügt insgesamt über die höchste Dichte an ambulanten und stationären Betreuungsmöglichkeiten für Pflegebedürftige in Deutschland: 3.800 der bundesweit rund 28.500 stationären und ambulanten Pflegeeinrichtungen werden durch den MDK Bayern jährlich besucht.

Zur Qualitätsprüfung erfolgt je nach Größe der Einrichtung bzw. des Pflegedienstes durch zwei bis drei speziell geschulte Pflegefachkräfte des MDK Bayern. Dieses Auditteam wird im abulanten Bereich teilweise durch eine Fachkraft für Abrechnungsprüfungen unterstützt. Gemäß gesetzlicher Vorgaben werden die Qualitätsprüfungen in ambulanten und stationären Einrichtungen am Vortag angekündigt. Anlassprüfungen (z. B. aufgrund von Beschwerden) finden unangekündigt statt.

Die Qualitätsprüfungen dauern in der Regel ein bis zwei Tage. Die Prüfteams bewerten die Einrichtung anhand eines umfangreichen Prüfkataloges. Dazu sprechen sie auch mit den zu pflegenden Personen. Werden Defizite festgestellt, suchen die Pflegefachkräfte des MDK Bayern wenn möglich bereits während der Prüfung eine Lösung und beraten die Einrichtung dazu.

In der Prüfung wird unterschieden zwischen Ergebnisqualität und Strukturqualität.

Die Ergebnisqualität betrachtet vor allem die medizinische und pflegerische Versorgung, also ob beispielsweise Medikamente richtig verabreicht und Wunden fachgerecht behandelt werden. Aber auch die Ernährung, Flüssigkeitsversorgung und Körperpflege gehören dazu. Zudem fragen die Prüfer die Pflegebedürftigen in Stichproben direkt nach ihrer Zufriedenheit. Die Strukturqualität umfasst eher organisatorische Punkte zum Beispiel zu Personal, Schulungen und sozialen Betreuungsangeboten.

Bei ambulanten Pflegediensten wird seit 2016 zudem geprüft, ob vereinbarte Leistungen erbracht und korrekt abgerechnet wurden. Dies ist die sogenannte Abrechnungsprüfung.

Die strukturellen Rahmenbedienungen von Pflegediensten und Pflegeeinrichtungen überprüft der MDK Bayern, indem er abhängig von der Versorgungsform z. B. folgenden Fragen nachgeht:

  • Ist ständig ein kompetenter Ansprechpartner für die Pflegebedürftigen erreichbar?
  • Sind die Angebote der Betreuung an den Bedürfnissen der Pflegebedürftigen ausgerichtet?
  • Ist die Qualifikation und Aufgabenwahrnehmung der Pflegekräfte ausreichend?
  • Ergreift die Einrichtung Maßnahmen zur Vermeidung und Behebung von Qualitätsdefiziten?
  • Nimmt die Pflegeeinrichtung freiheitseinschränkende Maßnahmen vor?
  • Kann der Bewohner seinen Wohnbereich individuell gestalten?

Wenn ein Heim oder ein Pflegedienst die gesetzlich vorgegebenen Anforderungen an Pflege- und Servicequalität nicht erfüllt, können die Prüferinnen und Prüfer Verbesserungsmaßnahmen vorschlagen. Sie informieren zudem die Landesverbände der Pflegekassen über die Mängel. Diese können dann eine erneute Prüfung veranlassen, in welcher geprüft wird, ob das Heim oder der Dienst die Maßnahmen innerhalb einer vorgegebenen Frist umgesetzt hat.

Werden Mängel nicht beseitigt, haben die Landesverbände der Pflegekassen verschiedene Möglichkeiten: Sie können die Vergütung kürzen oder die Pflegedienstleitung zu Fortbildungsmaßnahmen verpflichten. In schwerwiegenden Fällen kann eine Pflegeeinrichtung ihre Zulassung verlieren. Das heißt, der Versorgungsvertrag zwischen dem Landesverband der Pflegekasse und der Einrichtung wird gekündigt. Dies kann die Schließung zur Folge haben.

Aktuell werden durch den Gesetzgeber die zugrundeliegenden Qualitätsprüfungsrichtlinien sukzessive überarbeitet. Daher variieren aktuell sowohl der Prüfberichtaufbau als auch die zugehörige Qualitätsdarstellung in Abhängigkeit von der jeweiligen Versorgungsform.

Zu jeder Qualitätsprüfung des MDK Bayern wird ein Prüfbericht erstellt.

Dieser Prüfbericht wird innerhalb von drei Wochen an die geprüfte Einrichtung und an die Landesverbände der Pflegekassen versandt. Die geprüfte Einrichtung kann dazu Stellung nehmen. Die Landesverbände der Pflegekassen werden über Mängel informiert. Sie können dann eine Wiederholungsprüfung veranlassen, in der geprüft wird, ob das Heim oder der Dienst entsprechende Maßnahmen innerhalb einer vorgegebenen Frist umgesetzt hat.

Die Prüfergebnisse zu den Einrichtungen werden für die Öffentlichkeit in aufbereiteter Form auf den Portalen der Pflegekassen-Landesverbände online veröffentlicht.

Die Prüfergebnisse zu den Pflegeeinrichtungen werden von den Landesverbänden der Pflegekassen online veröffentlicht. Dort können Sie oft direkt nach bestimmten Einrichtungen suchen:

Der MDK Bayern empfiehlt Versicherten und Angehörigen, einen Blick hinter die Kulissen zu werfen. Gute Pflegedienste und Pflegeeinrichtungen gewähren Pflegebedürftigen und Angehörigen Einblicke in ihre Arbeitsabläufe. Ein Besuchstermin eignet sich ideal, um offene Fragen rund um das Thema Pflegequalität persönlich zu klären.

Nutzen Sie Tage der Offenen Tür und überlegen Sie sich Fragen, die Sie bei dieser Gelegenheit stellen können. Hören Sie sich auch im Freundes- und Bekanntenkreis um oder fragen Sie bei Ärzten und Beratungsstellen nach, ob jemand eine Einrichtung empfehlen kann.

Klären Sie mit einem in Frage kommenden Pflegedienst, welche Pflege Sie oder die pflegedürftige Person brauchen. Die Versorgung sollte individuell auf den pflegebedürftigen Menschen zugeschnitten sein. Der Pflegedienst sollte sicherstellen, dass in der Regel die gleichen Pflegekräfte die Pflege übernehmen. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sollten nicht zu häufig wechseln und gut qualifiziert sein. Die Pflegekassen informieren im Internet, wie die Pflegedienste bei der letzten Qualitätsprüfung des MDK abgeschnitten haben. Die Prüfergebnisse bieten eine Entscheidungshilfe für Pflegebedürftige und Angehörige.

Sie stellen erhebliche Mängel in der Pflege eines Angehörigen fest oder sind nicht mit der Betreuung durch den Pflegedienst bzw. die Pflegeeinrichtung einverstanden? So gehen Sie bei Pflegemängeln am besten vor:

  • Teilen Sie dem zuständigen Pflegepersonal Ihre Bedenken direkt mit
  • Wenden Sie sich ggf. an den Vorgesetzten / Leiter des Pflegedienstes bzw. der Pflegeeinrichtung
  • Informieren Sie Ihre Pflegekasse über die Mängel
  • Informieren Sie den MDK Bayern über die Mängel

Bei Pflegemängeln in stationären Pflegeeinrichtungen haben Betroffene zudem die Möglichkeit, die regional zuständige Heimaufsicht (FQA) zu informieren.
Der MDK Bayern erstellt jährlich einen Tätigkeitsbericht zum Beschwerdewesen der externen Qualitätssicherung. Diesen können Sie hier einsehen.

Wir sind Ansprechpartner für die Meldung von Defiziten in ambulanten und stationären Pflegeeinrichtungen der Altenpflege. Dies umfasst ambulante Pflegedienste, stationäre Pflegeheime, Tagespflegeeinrichtungen und Wohngruppen.
Krankenhäuser, Rehakliniken und Mutter-Vater-Kind-Einrichtungen gehören nicht zu diesen Einrichtungen (weitere Kontaktinformationen erhalten Sie unter: www.stmgp.bayern.de).

Der Fokus unseres gesetzlich festgelegten Prüfauftrags umfasst alle Fragen zur pflegerischen Versorgung und zur Ergebnisqualität in Pflegeeinrichtungen der Altenpflege. Hierunter fallen z.B. Maßnahmen der Grund- und Behandlungspflege, Wundversorgung oder die Medikamentengabe. Aber auch strukturelle Voraussetzungen in den Einrichtungen werden durch den MDK geprüft. Hierzu zählen exemplarisch die Dokumentation der erbrachten Pflegeleistungen, die ausreichende Qualifikation des Personals oder die Plausibilität von Leistungsabrechnungen.

Der gesetzlich festgelegte Prüfauftrag des MDK Bayern umfasst die pflegerische Versorgung und Ergebnisqualität in Pflegeeinrichtungen der Altenpflege. Daher kann bei  Beschwerdeinhalten mit z. B. privatrechtlichen Inhalten, bei arbeitsrechtlichen Differenzen oder bei baulichen Mängeln in Pflegeeinrichtungen keine Prüfung oder Intervention durch den MDK Bayern erfolgen. Gerne beraten wir Sie in diesem Fall über mögliche Ansprechpartner oder leiten Ihr Anliegen falls möglich an die zuständigen Stellen weiter.

Die Einreichung von Beschwerden über ambulante und stationäre Pflegeeinrichtungen der Altenpflege ist telefonisch, per E-Mail, per Onlineformular oder postalisch möglich (siehe Kontaktinformationen am rechten Seitenrand).

Selbstverständlich können Beschwerden auf Wunsch anonym abgegeben werden. Sie müssen in diesem Fall weder Ihren Namen, noch Anschrift oder Telefonnummer nennen.

Unser Ziel ist es, Ihrer Beschwerde umfassend nach zu gehen und die geschilderten Defizite intensiv zu überprüfen. Hierzu ist es sinnvoll, die genannten Defizite bei den betroffenen Pflegebedürftigen selbst zu überprüfen. Dies ist nur dann möglich, wenn uns die Betroffenen namentlich bekannt sind.
Können oder möchten Sie die Namen von Betroffenen nicht nennen, kann die Beschwerde trotzdem bearbeitet werden. Allerdings schränkt dies unsere Möglichkeiten ein, die geschilderten Defizite fallbezogen betrachten zu können.

Eingehende Beschwerden werden erfasst und die Beschwerdeinhalte durch den MDK Bayern pflegefachlich bewertet. Je nach Beschwerdeinhalt erfolgt ggf. auch eine Abstimmung mit der regional zuständigen Fachstelle für Pflege und Behinderteneinrichtungen – Qualitäts-entwicklung und Aufsicht (FQA).

Der MDK leitet die Beschwerde anschließend mit einer Maßnahmenempfehlung an die Arbeitsgemeinschaft der Pflegekassenverbände in Bayern (ARGE) weiter. Die ARGE entscheidet über das weitere Vorgehen und beauftragt den MDK Bayern mit der Umsetzung individueller Maßnahmen zur Überprüfung der Beschwerdeinhalte.

Wir bearbeiten alle eingehenden Beschwerden und reagieren schnellstmöglich. Im Regelfall erfolgt dies innerhalb weniger Arbeitstage. Die Bearbeitungsdauer variiert je Beschwerdefall, ist abhängig von den individuellen Inhalten und von ggf. erforderlichen Kontaktaufnahmen mit der beschwerdeführenden Person oder weiteren Institutionen.

Die ARGE entscheidet einzelfallbezogen über die Reaktionen gegenüber der Pflege-einrichtung bei vorliegenden Beschwerden. Mögliche Folgen sind beispielsweise die Durchführung einer kurzfristigen und unangekündigten Anlassprüfung in der Einrichtung, das Vorziehen einer bereits geplanten Regelprüfung in der Einrichtung oder die Einholung einer schriftlichen Stellungnahme zu den Beschwerdeinhalten.

Der MDK Bayern ist zur Einhaltung gesetzlicher Vorgaben verpflichtet. Eine Übermittlung des Prüfberichts zu Ihrer Beschwerde kann vor allem aus datenschutzrechtlichen Gründen leider nicht erfolgen. Der zugehörige Transparenzbericht bzw. die Pflegenoten im ambulanten Bereich sowie die MDK-Prüfergebnisse im stationären Bereich werden allerdings von den Landesverbänden der Pflegekassen online veröffentlicht.

Bei Pflegemängeln in stationären Pflegeeinrichtungen der Altenpflege haben Sie neben einer Beschwerde beim MDK Bayern zudem die Möglichkeit, die regional zuständige FQA (Fachstelle für Pflege und Behinderteneinrichtungen − Qualitätsentwicklung und Aufsicht. Früher Heimaufsicht) zu informieren. Weitere Kontaktinformationen erhalten Sie unter:

https://www.stmgp.bayern.de/service/ansprechpartner-und-fachstellen/

Bei Verdacht auf einen Behandlungsfehler im Rahmen der ärztlichen Versorgung wenden Sie sich bitte an die gesetzliche Krankenkasse, bei der Sie versichert sind. Dort erhalten Sie weitere Unterstützung und Beratung bei der Wahrnehmung Ihrer Rechte als Patient.

Ein konstant hohes Niveau ist uns wichtig. Der MDK Bayern ist als Prüfinstitution für die Qualitätssicherung der Pflege im Freistaat verantwortlich. Um auch für uns selbst eine hohe Qualität zu garantieren, sind verschiedene Qualitätssicherungsmaßnahmen etabliert.

Qualitätssicherungsinstrumente der Qualitätssicherung in der Pflege sind:

  1. MDK-übergreifende Audits
  2. Befragungen der Pflegeeinrichtungen und der Landesverbände der Pflegekassen
  3. Plausibilität der Prüfberichte
  4. Externe Audits

Darüber hinaus kann der MDK Bayern auf vielfältige interne Qualitätsinstrumente zurückgreifen und entwickelt diese konsequent weiter.