In ambulanten, stationären und teilstationären Pflegeeinrichtungen prüft der MDK Bayern jährlich die Qualität der Pflege und die Einhaltung der vorgeschriebenen Pflegestandards. Der MDK Bayern besucht dazu pro Jahr etwa 3.600 Pflegeeinrichtungen. Ziel ist es, die Versorgung der Versicherten optimal zu sichern und damit die Lebensqualität der Pflegebedürftigen so weit wie möglich zu erhalten.
Die Kriterien der Qualitätsprüfung sind in den Qualitätsprüfungs-Richtlinien geregelt. Darin bildet die sogenannte Ergebnisqualität einen besonderen Schwerpunkt. Das heißt, es wird beispielsweise geprüft, ob medizinische Anforderungen erfüllt und Körperpflege und Ernährung ausreichend umgesetzt werden. Die Gutachter des MDK Bayern besuchen die stationären und teilstationären Einrichtungen ohne Voranmeldung und überprüfen Prozesse und Strukturen. Wenn möglich befragen sie die pflegebedürftigen Menschen. Im Vordergrund steht die Frage, welche Pflege tatsächlich beim Pflegebedürftigen ankommt.
Die Ergebnisse dieser Prüfungen werden derzeit noch in Noten abgebildet. Sie werden im Internet veröffentlicht und in der Pflegeeinrichtung ausgehängt.
Als Gutachter sind beim MDK Bayern rund 95 Pflegefachkräfte mit einer Weiterbildung im Qualitätsmanagement und Ärzte mit einer zusätzlichen Qualifikation im Bereich Geriatrie tätig. Sie müssen selbst alle in der Pflege gearbeitet haben und bringen in der Regel Erfahrung als Pflegedienstleitung oder Heimleitung mit. So können sie sach- und fachgerecht prüfen und angemessen mit den Bewohnern umgehen.
Bayern verfügt insgesamt über die höchste Dichte an ambulanten und stationären Betreuungsmöglichkeiten für Pflegebedürftige in Deutschland: 3.800 der bundesweit knapp 26.000 stationären und ambulanten Pflegeeinrichtungen entfallen auf den Freistaat.

Zur Qualitätsprüfung kommen zwei bis drei speziell geschulte Pflegefachkräfte des MDK in die Pflegeeinrichtung. Damit sich die Prüferinnen und Prüfer einen Eindruck vom Alltag in der Einrichtung verschaffen können, finden die Prüfungen in stationären und teilstationären Einrichtungen unangemeldet statt. Die Prüfung der ambulanten Pflegedienste wird aus organisatorischen Gründen am Vortag angekündigt.
Die Qualitätsprüfungen dauern in der Regel ein bis zwei Tage. Die Prüfer bewerten die Einrichtung anhand eines umfangreichen Prüfkataloges. Dazu sprechen sie auch mit den zu pflegenden Personen. Werden Defizite festgestellt, suchen die Pflegefachkräfte des MDK Bayern wenn möglich bereits während der Prüfung eine Lösung und beraten die Einrichtung dazu.

In der Prüfung wird unterschieden zwischen Ergebnisqualität und Strukturqualität.

Die Ergebnisqualität betrachtet vor allem die medizinische und pflegerische Versorgung, also ob beispielsweise Medikamente richtig verabreicht und Wunden fachgerecht behandelt werden. Aber auch die Ernährung, Flüssigkeitsversorgung und Körperpflege gehören dazu. Zudem fragen die Prüfer die Pflegebedürftigen in Stichproben direkt nach ihrer Zufriedenheit. Die Strukturqualität umfasst eher organisatorische Punkte zum Beispiel zu Personal, Schulungen und sozialen Betreuungsangeboten.

Insgesamt gehören fünf Qualitätsbereiche zur Qualitätsprüfung in stationären Pflegeeinrichtungen:

  1. Pflege und medizinische Versorgung
  2. Umgang mit Demenz
  3. Betreuung und Alltagsgestaltung
  4. Wohnen, Verpflegung, Hauswirtschaft und Hygiene
  5. Befragung der Bewohner

Die Qualitätsprüfung ambulanter Pflegeeinrichtungen umfasst vier Qualitätsbereiche:

  1. Pflegerische Leistungen
  2. Ärztliche verordnete pflegerische Leistungen
  3. Dienstleistung und Organisation
  4. Befragung der Pflegebedürftigen

Bei ambulanten Pflegediensten wird seit 2016 zudem geprüft, ob vereinbarte Leistungen erbracht und korrekt abgerechnet wurden. Die sogenannte Abrechnungsprüfung.

 

Hier finden Sie eine Auswahl der MDK-Prüfkriterien für ambulante und stationäre Pflegeeinrichtungen:

  • Wie ist der Pflegezustand des Pflegebedürftigen? (z. B. Haut, Ernährungszustand, eingesetzte Inkontinenzprodukte)
  • Gibt es ein angemessenes Hygienemanagement?
  • Wie gut wurden der Pflegebedürftige und seine Angehörigen beraten? (z. B. bei Mangelernährung oder Inkontinenz)
  • Entspricht die Medikamentengabe der ärztlichen Anordnung?
  • Werden alle verabreichten Medikamente entsprechend dokumentiert?
  • Werden Wunden nach dem aktuellen Wissensstand versorgt?
  • Wird alles getan, um Druckgeschwüre und Stürze zu vermeiden?
  • Werden besondere Anforderungen berücksichtigt wie z. B. von Menschen mit Demenz?
  • Erhält der Pflegebedürftige bei ambulanten Pflegediensten vor Leistungsbeginn einen Kostenvoranschlag über die ggf. entstehenden Eigenkosten?

Die Rahmenbedingungen von Pflegediensten und Pflegeeinrichtungen überprüft der MDK, indem er u. a. folgenden Fragen nachgeht:

  • Ist ständig ein kompetenter Ansprechpartner für die Pflegebedürftigen erreichbar?
  • Werden alle Mitarbeiter in Fortbildungen einbezogen?
  • Sind die Angebote der Betreuung an den Bedürfnissen der Pflegebedürftigen ausgerichtet?
  • Nimmt die Pflegeeinrichtung freiheitseinschränkende Maßnahmen vor?
  • Kann der Bewohner seinen Wohnbereich individuell gestalten?

Wenn ein Heim oder ein Pflegedienst die gesetzlich vorgegebenen Anforderungen an Pflege- und Servicequalität nicht erfüllt, können die Prüferinnen und Prüfer Verbesserungsmaßnahmen vorschlagen. Sie informieren zudem die Landesverbände der Pflegekassen über die Mängel. Diese können dann eine erneute Prüfung veranlassen. In dieser wird geprüft, ob das Heim oder der Dienst die Maßnahmen innerhalb einer vorgegebenen Frist umgesetzt hat.

Werden Mängel nicht beseitigt, haben die Landesverbände der Pflegekassen verschiedene Möglichkeiten: Sie können die Vergütung kürzen oder die Pflegedienstleitung zu Fortbildungsmaßnahmen verpflichten. In schwerwiegenden Fällen kann eine Pflegeeinrichtung ihre Zulassung verlieren. Das heißt, der Versorgungsvertrag zwischen dem Landesverband der Pflegekasse und der Einrichtung wird gekündigt. Dies kann die Schließung zur Folge haben.

Das Ergebnis der Qualitätsprüfung sind zwei Berichte:

  1. Der Prüfbericht enthält sämtliche Ergebnisse der Prüfung und ggf. Vorschläge zur Beseitigung von Mängeln. Den Prüfbericht erhalten sowohl die Pflegeeinrichtungen als auch die Landesverbände der Pflegekassen.
  2. Der Transparenzbericht bezieht sich besonders auf die Versorgungs- und Ergebnisqualität. Dieser enthält die Pflegenoten. Der Transparenzbericht wird im Internet von den Landesverbänden der Pflegekassen veröffentlicht und in den Pflegeinrichtungen ausgehängt. Die Systematik, nach der die Prüfergebnisse in den Transparenzbericht einfließen, wird derzeit überarbeitet.

Der Prüfbericht wird innerhalb von drei Wochen an die geprüfte Einrichtung und an die Landesverbände der Pflegekassen versandt. Die geprüfte Einrichtung kann dazu Stellung nehmen. Die Landesverbände der Pflegekassen werden über Mängel informiert. Sie können dann eine Wiederholungsprüfung veranlassen, in der geprüft wird, ob das Heim oder der Dienst entsprechende Maßnahmen innerhalb einer vorgegebenen Frist umgesetzt hat.

Vor Veröffentlichung des Transparenzberichtes erhalten die Einrichtungen Gelegenheit, strittige Punkte zu klären. Die Pflegeeinrichtung ist verpflichtet, die Ergebnisse an einer gut sichtbaren Stelle auszuhängen.

Der Transparenzbericht bzw. die Pflegenoten werden von den Landesverbänden der Pflegekassen online veröffentlicht. Dort können Sie oft direkt nach bestimmten Einrichtungen suchen:

Jede geprüfte Einrichtung muss die Ergebnisse auch an geeigneter Stelle aushängen.

Der MDK Bayern empfiehlt Versicherten und Angehörigen, einen Blick hinter die Kulissen zu werfen. Gute Pflegedienste und Pflegeeinrichtungen gewähren Pflegebedürftigen und Angehörigen Einblicke in ihre Arbeitsabläufe. Ein Besuchstermin eignet sich ideal, um offene Fragen rund um das Thema Pflegequalität persönlich zu klären.

Nutzen Sie Tage der Offenen Tür und überlegen Sie sich Fragen, die Sie bei dieser Gelegenheit stellen können. Hören Sie sich auch im Freundes- und Bekanntenkreis um oder fragen Sie bei Ärzten und Beratungsstellen nach, ob jemand eine Einrichtung empfehlen kann.

Klären Sie mit einem in Frage kommenden Pflegedienst, welche Pflege Sie oder die pflegedürftige Person brauchen. Die Versorgung sollte individuell auf den pflegebedürftigen Menschen zugeschnitten sein. Der Pflegedienst sollte sicherstellen, dass in der Regel die gleichen Pflegekräfte die Pflege übernehmen. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sollten nicht zu häufig wechseln und gut qualifiziert sein. Die Pflegekassen informieren im Internet, wie die Pflegedienste bei der letzten Qualitätsprüfung des MDK abgeschnitten haben. Diese Pflegenoten geben einen Anhaltspunkt.

Sie stellen erhebliche Mängel in der Pflege eines Angehörigen fest oder sind nicht mit der Betreuung durch den Pflegedienst bzw. die Pflegeeinrichtung einverstanden? So gehen Sie bei Pflegemängeln am besten vor:

  • Teilen Sie dem zuständigen Pflegepersonal Ihre Bedenken direkt mit
  • Wenden Sie sich ggf. an den Vorgesetzten / Leiter des Pflegedienstes bzw. der Pflegeeinrichtung
  • Informieren Sie Ihre Pflegekasse über die Mängel
  • Informieren Sie den MDK über die Mängel

Bei Pflegemängeln in stationären Pflegeeinrichtungen haben Betroffene zudem die Möglichkeit, die staatliche Heimaufsicht Bayern zu informieren.
Der MDK Bayern erstellt jährlich einen Tätigkeitsbericht zum Beschwerdewesen der externen Qualitätssicherung. Diesen können Sie hier einsehen.

Ein konstant hohes Niveau ist uns wichtig. Der MDK Bayern ist als Pflege-TÜV für die Qualitätssicherung der Pflege im Freistaat verantwortlich. Um auch für uns selbst eine hohe Qualität zu garantieren, sind verschiedene Qualitätssicherungsmaßnahmen etabliert.

Qualitätssicherungsinstrumente der Qualitätssicherung in der Pflege sind:

  1. MDK-übergreifende Audits
  2. Befragungen der Pflegeeinrichtungen und der Landesverbände der Pflegekassen
  3. Plausibilität der Prüfberichte
  4. Externe Audits

Darüber hinaus kann der MDK Bayern auf vielfältige interne Qualitätsinstrumente zurückgreifen und entwickelt diese konsequent weiter.

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