Einspruch und Widerspruch – So gehen Sie vor

Wenn der MDK Bayern ein Gutachten erstellt hat, haben die betroffenen Parteien die Möglichkeit, diesem zu widersprechen bzw. weiteren Beurteilungsbedarf anzufordern.

Grundsätzlich können eine erneute Begutachtung beantragen:

  • Sie als Versicherter
  • Ihre Krankenkasse
  • ein Arzt, der Ihren Antrag unterstützt – zum Beispiel Ihr Hausarzt

Wichtig: Unabhängig davon, ob Sie oder Ihr Hausarzt einen Einspruch bzw. Widerspruch einlegen wollen, ist das Schreiben an Ihre Krankenkasse zu richten. Nicht an den Medizinischen Dienst. Beachten Sie dabei auch die angegebenen Fristen.

Bearbeitung von Widersprüchen

Die Begutachtung eines Widerspruchs beim MDK Bayern wird in der Regel zunächst vom jeweiligen Erstgutachter durchgeführt. Gibt der ursprünglich bestellte Gutachter dem Widerspruch nicht statt, wird bei erneuter Überprüfung des Falles ein zweiter Gutachter, möglichst aus dem betroffenen medizinischen Fachgebiet, benannt. Aufträge, die unmittelbar Einfluss auf Ihre Versorgungssituation als Versicherter haben, werden entsprechend kurzfristig vom MDK Bayern bearbeitet.

Der MDK schickt im Anschluss sein Gutachten zurück an die zuständige Krankenkasse. Der Versicherte erhält den leistungsrechtlichen Bescheid wieder direkt von seiner Krankenkasse. Die Stellungnahme an Sie als Patient umfasst dabei auch die konkreten Gründe, die zur Entscheidung Ihrer Versicherung beigetragen haben.

Gut zu wissen: Selbst wenn der MDK Bayern vor der ersten Ablehnung der beantragten Leistung von der Krankenkasse nicht mit einer Beratung oder Begutachtung beauftragt wurde, kann die Krankenkasse während des laufenden Widerspruchsverfahrens eine Begutachtung durch den MDK als Prüfer veranlassen.

Einspruch durch Vertragsärzte

Genau wie Versicherte können beteiligte Vertragsärzte Einspruch gegen die Entscheidung der gesetzlichen Krankenkasse einlegen. Voraussetzung ist auch hier eine Darlegung der Gründe für den Einspruch: Der behandelnde Arzt kann beispielsweise die Ablehnung einer Reha-Maßnahme aus seiner Sicht nicht nachvollziehen oder sieht zusätzlichen Beurteilungsbedarf in einem besonderen Fall.

Bei Entscheidungen speziell zur Arbeitsunfähigkeit wird das Einspruchsrecht von Vertragsärzten explizit in § 6 der Arbeitsunfähigkeits-Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses thematisiert und entsprechend geregelt.

Mehrfacheinspruch möglich

Zur Schaffung größtmöglicher Transparenz kann die Krankenkasse bei erneuten Widersprüchen des Versicherten, der Krankenkasse oder des Vertragsarztes sogar eine weitere Stellungnahme anfordern. Für eine erneute Bewertung des individuellen Falles erteilt die Krankenkasse dem MDK Bayern einen entsprechenden Auftrag.

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