Hilfsmittel und Medizinprodukte

Für die Versorgung von Hilfsmitteln sind in der Regel die Krankenkassen zuständig. Sie entscheiden über die Bewilligung und können zur Prüfung des Leistungsanspruchs den MDK einschalten. Sie als Versicherter erhalten den Leistungsbescheid direkt von Ihrer Krankenkasse, die in allen Belangen Ihr primärer Ansprechpartner ist.

Was sind Hilfsmittel?

Hilfsmittel wie Rollstühle, Prothesen, Orthesen und auch Hörgeräte oder Gehhilfen bewirken einen wesentlichen Behinderungsausgleich im Rahmen der allgemeinen Grundbedürfnisse. Andere Hilfsmittel wie Sauerstoffkonzentratoren, Beatmungsgeräte oder Insulinpumpen sind im Einzelfall Hilfsmittel zur Sicherung der Krankenbehandlung.

Zu den allgemeinen Grundbedürfnissen zählen:

  • körperliche Grundfunktionen wie Gehen, Stehen, Greifen, Sehen, Hören und die Nahrungsaufnahme
  • die elementare Körperpflege
  • selbstständiges Wohnen und ein gewisser körperlicher Freiraum wie der Nahbereich der Wohnung
  • ein gewisser geistiger Freiraum, der die Aufnahme von Informationen, die Kommunikation mit anderen Menschen sowie das Erlernen eines lebensnotwendigen Grundwissens ermöglicht.

Die gesetzliche Pflegeversicherung stellt Hilfsmittel in erster Linie zur Erleichterung der häuslichen Pflege zur Verfügung. Daneben werden z. B. Kosten für Hausnotrufsysteme übernommen, um die häusliche Pflegesituation zu stabilisieren, wenn sturzgefährdete Menschen alleine zu Hause sind.

Welche Hilfsmittel gibt es?

Hilfsmittel sind so vielfältig wie die Bedürfnisse der Versicherten und sind im Hilfsmittelverzeichnis der Gesetzlichen Krankenversicherung in mehr als 33 Produktgruppen zu finden, unter anderem:

  • Anziehhilfen wie Kompressionsstrümpfe
  • Badehilfen wie Duschsitze
  • Greifhilfen wie Türverlängerungen
  • Inhalations- und Atemtherapiegeräte
  • Inkontinenzartikel wie Windeln
  • Körperersatzstücke wie Prothesen
  • orthopädische Hilfsmittel wie orthopädische Schuhe, Einlagen und Bandagen
  • Rollstühle mit und ohne elektrische Unterstützung
  • Seh- und Hörhilfen wie Brillen und Hörgeräte
  • Stomaartikel wie diverse Kanülen


Auch technische Produkte, die dazu dienen, Arzneimittel oder andere Therapeutika in den menschlichen Körper einzubringen, wie zum Beispiel bestimmte Spritzen, Inhalationsgeräte oder Applikationshilfen können Hilfsmittel sein.

Unter welchen Voraussetzungen besteht ein Anspruch auf Hilfsmittel?

Ob ein Anspruch auf ein bestimmtes Hilfsmittel besteht, prüft Ihre jeweilige Krankenkasse nach Verordnung durch einen Vertragsarzt, zum Beispiel durch Ihren Hausarzt. Dieser muss die Verordnung entsprechend den für ihn verbindlichen Vorgaben der Hilfsmittelrichtlinien ausstellen und die Versorgung nachvollziehbar begründen.
Vor Genehmigung der Kostenübernahme kann die Krankenkasse hierzu den MDK Bayern  mit der Prüfung beauftragen. Bei Bewilligung dürfen Sie als Versicherter nur die Anbieter von Hilfsmitteln nutzen, die mit der jeweiligen Krankenkasse einen Vertrag geschlossen haben. Eine Orientierungshilfe bietet auch hier das Hilfsmittelverzeichnis des GKV-Spitzenverbandes.

Wichtig: Versicherte, die Hilfsmittel oder zusätzliche Leistungen wählen, die über das Maß des Notwendigen hinausgehen, haben die Mehrkosten selbst zu tragen.

 

Wurde ein Hilfsmittel bewilligt, muss der Vertragsarzt sich vergewissern, ob das abgegebene Hilfsmittel den vorgesehenen Zweck erfüllt, insbesondere dann, wenn es individuell angefertigt wurde.

Ablauf der Begutachtung

So wie jeder Mensch individuelle Bedürfnisse hat, unterscheidet sich auch jede einzelne Begutachtung des MDK Bayern. Nicht jeder Auftrag bedarf einer körperlichen Untersuchung, da oftmals an der Erkrankung oder den Funktionsdefiziten kein Zweifel besteht. Dieses gilt auch insbesondere bei pflegebedürftigen Versicherten, bei denen schon Pflegegutachten vorliegen. In der Regel erfolgt die Begutachtung auf Basis der vorliegenden Unterlagen nach Aktenlage. Im Einzelfall werden Sie als Versicherter auch zu einer körperlichen Untersuchung eingeladen oder bei Pflegebedürftigkeit oder Immobilität vor Ort von einem Ärztlichen Gutachter des MDK besucht. Sofern ein Widerspruch vorliegt, erfolgt die Begutachtung durch einen zweiten Gutachter.

Kompetenter Ansprechpartner für Versicherte

Der MDK Bayern unterstützt alle gesetzlich Versicherten. Mit gezielten Fragen an den Vertragsarzt eruiert der MDK, ob ein bestimmtes Hilfsmittel für den Versicherten infrage kommt. Die bayernweit vertretenen Gutachter und Gutachterinnen decken sämtliche Fachrichtungen ab. Zudem verfügen alle Gutachter und Gutachterinnen des MDK Bayern über eine Zusatzausbildung der Sozialmedizin.

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