Erstattung von Fahrkosten

Sie als Versicherter haben die Möglichkeit, Fahrkosten für Transporte aus zwingenden medizinischen Gründen, bei Ihrer Krankenkasse geltend zu machen. Entsprechende Transporte werden von einem Vertragsarzt (z. B. Ihrem Hausarzt) verordnet, müssen aber direkt von Ihnen bei Ihrer Krankenkasse eingereicht werden. Um Ihren Anspruch auf Leistung zu prüfen, kann die Krankenkasse den MDK einschalten, der eine beratende Funktion einnimmt. Ihren Leistungsbescheid erhalten Sie direkt von Ihrer Krankenkasse, die in allen Belangen Ihr primärer Ansprechpartner ist. Die grundsätzlichen Voraussetzungen für eine Erstattung der Fahrkosten sind § 60 SGB V zu entnehmen.

Alle Details zu Krankentransporten finden sich in der Krankentransport-Richtlinie.

Voraussetzungen für die Erstattung von Fahrkosten

Die Krankenkasse übernimmt die Fahrkosten u. a. bei

  1. Leistungen, die stationär erbracht werden
  2. Rettungsfahrten zum Krankenhaus
  3. Krankentransporten von Versicherten, die während der Fahrt eine fachliche Betreuung oder besonderer Einrichtung eines Krankenkraftwagens bedürfen
  4. Fahrten zu einer ambulanten Krankenbehandlung, wenn eine an sich gebotene voll- oder teilstationäre Krankenhausbehandlung
  • vermieden wird,
  • verkürzt wird,
  • nicht ausführbar ist.

Die Höhe der erstatteten Fahrkosten wird in § 61 Satz 1 SGB V geregelt. Sie als Versicherter müssen demzufolge ein Zehntel des Abgabepreises, mindestens jedoch fünf und maximal 10 Euro des Abgabepreises zuzahlen. Werden die Fahrten von Rettungsdiensten durchgeführt, zieht die Krankenkasse die Zuzahlung pro Fahrt von Ihnen als Versicherten ein.

Ausnahmen für Krankenfahrten zur ambulanten Behandlung

In der Regel wird der MDK mit der Überprüfung von Krankenfahrten zu ambulanten Behandlungen beauftragt. Ausnahmefälle im Sinne von § 8 der Krankentransport-Richtlinie bedürfen der vorherigen Genehmigung durch die Krankenkasse.

Voraussetzung für die Verordnung und Genehmigung:

  1. der Patient wird mit einem durch die Grunderkrankung vorgegebenen Therapieschema behandelt, das eine hohe Behandlungsfrequenz über einen längeren Zeitraum bedarf wie z. B. bei Dialyse oder Chemotherapie
  2. der Patient wird durch die Behandlung dermaßen beeinträchtigt, dass ein Transport zur Vermeidung von Schaden an Leib und Leben unerlässlich ist.
  3. der Versicherte besitzt einen Schwerbehindertenausweis mit dem Merkzeichen „aG“ („außergewöhnliche Gehbehinderung), „Bl“ (blind) oder „H“ (Hilflosigkeit)
  4. der Versicherte wurde gemäß SGB XI in die Pflegegrade 4 oder  eingestuft oder in Pflegegrad 3 bei eingeschränkter Mobilität. Diese Einschränkung muss der verordnende Arzt gesondert feststellen und auf der Verordnung notieren.

In Einzelfällen kann Ihre Krankenkassen auch Fahrten genehmigen, wenn Sie als Versicherter keine Nachweise im Sinne von 3) und 4) erbringen können, aber von einer vergleichbaren Beeinträchtigung betroffen sind und einer ambulanten Behandlung über einen längeren Zeitraum bedürfen.

Benötigte Unterlagen

Wichtig: Bitte senden Sie nicht unaufgefordert Unterlagen an den MDK Bayern. Ihre Krankenkasse wird Ihnen mitteilen, welche Unterlagen benötigt werden und an welche Adresse diese gesendet werden müssen.

Um Ihren Leistungsanspruch auf Fahrkosten zu prüfen, benötigt der MDK:

  • vollständig ausgefüllte Verordnung des Vertragsarztes (Formular für Kassenärzte)
  • ggf. weitere Untersuchungsbefunde und Arztberichte 

Gut zu wissen: Bei Unklarheiten der medizinischen Unterlagen suchen die Gutachter des MDK Bayern zur Abklärung des Sachverhaltes das Gespräch mit dem behandelnden Arzt des Versicherten.

 

Die Begutachtung findet in der Mehrzahl der Fälle nach Aktenlage statt. Sollte dies zur Abklärung nicht ausreichen, kann gezielt eine persönliche Untersuchung durchgeführt werden. Falls die medizinischen Voraussetzungen eine Fahrkostenerstattung nicht rechtfertigen, teilt der MDK Empfehlungen zu alternativen Maßnahmen mit.

Gut zu wissen: Der MDK gibt in seinem Gutachten lediglich eine Empfehlung ab, die leistungsrechtliche Entscheidung trifft die Krankenkasse.

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